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Christian Kracht: «Die Toten»

Wollte man «Die Toten» darstellen, es wäre wohl kaum dieser Holzschnitt, der zur Visualisierung des nicht mehr Gegenwärtigen ausgesucht würde. Vielmehr würde man wohl ein Bild suchen, das plakativ das Lebendige gegen das Tote stellt. Edvard Munchs «Das Kind und der Tod» käme in Frage. Caspar David Friedrichs «Kügelgens Grab» vielleicht. Arnold Böcklins «Toteninsel» als […]

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«Follow the white rabbit.»
Anmerkungen zu Sebastian,Christian Krachts kleinstem «Toten»

Bei Vollmond erblicken viele Japaner einen Hasen bei der Arbeit und hören eine alte, seit Kindertagen vertraute Legende. Diese führt in einen dunklen Wald, wo sich Fuchs und Hase nicht gute Nacht sagen können, weil auch der Affe mit am Lagerfeuer sitzt. Das wiederum reizt den Herrn des Himmels, Taishakuten, auf Erden nach dem Rechten […]

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Mehr «Mündigkeit»? Wirklich?
Streitgespräch mit Beat Sterchi und Ariane von Graffenried

Am 20. Oktober 2016 stellt Beat Sterchi im progr Bern seinen Essay «Mut zur Mündigkeit» vor. Das Schweizer Buchjahr sprach mit ihm und Ariane von Graffenried über Mundart, Literatur und Schuttmätsch. Müssen sich die Deutschschweizer «sprachlich entkolonialisieren», um mündig zu werden? Beat Sterchi, 1983 durch seinen Roman «Blösch» bekannt geworden und einer der renommiertesten Spoken Word-Künstler […]

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Wenn Matto regiert, ist das Unsortierte Programm

Matto Kämpf Heute Ruhetag

Wer «Heute Ruhetag» auf einen Grabstein schreibt, wird von der Leserschaft geliebt. Oder ausgelacht. Eine Hymne auf den Berner Tausendsassa Matto Kämpf. Einige kennen Matto Kämpf aus dem Radio. Viele kennen Matto Kämpf aus dem Fernsehen. Ich kenne Matto Kämpf vom Text-Tiegel. Da waren wir beide zu Gast, vor vier Jahren in Bern. Ein Format, bei dem das […]

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«Ich habe beim Schreiben viel gelacht.»
Über einen Topos des Skandal-Schriftstellers

Christian Kracht sagt es, im legendär gewordenen Interview bei Harald Schmidt. Da sitzt er und erstaunt das Publikum gerade damit, dass Verschmitztheit, ein eigentlich ausschliesslich in der Literatur vorkommender Ausdruck, der höchstens einem «Lächeln» oder einem «Gesichtsausdruck» zugeschrieben wird, hier in einen Anzug gekleidet auf die Bühne tritt. Verschmitzt antwortet er auf alle Fragen, einsilbig […]

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Charles Lewinsky: «Andersen»

Auf die Dunkelhaft der schwarzen Jacke blickt, wie von ungewöhnlich weit oben, das Kind mit einem Gesicht so bleich und rund wie ein Mond bei Eichendorff. Über die linke Gesichtshälfte zieht sich ein gewisser Schatten, aber rechts scheint die Pausbacke in hellem Licht. Worüber sich die blassen Lider senken, muss unklar bleiben. Die Stirn ist […]

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